Kurz gesagt
Viel fühlen und es spät bemerken: Kleine Check-ins und ein freundlicher Ton mit dir selbst helfen.
Etwa die Hälfte der autistischen Menschen tut sich schwer, eigene Gefühle zu erkennen und zu benennen (Alexithymie). Auch Hunger, Durst oder Erschöpfung werden oft spät bemerkt.
Das lässt sich üben: In einer Studie hatten autistische Erwachsene nach einem Training zur Körperwahrnehmung weniger Angst.
Drei Dinge zum Ausprobieren
-
Körper-Check-in per Wecker
Zwei- bis dreimal am Tag kurz fragen: Hunger? Durst? Toilette? Anspannung? Müde? Ein Wecker ist eine äußere Struktur für ein inneres Thema.
erste Studien · aus Erfahrung -
Eine Gefühlsliste
Eine Liste mit Gefühlswörtern oder eine Körper-Landkarte hilft, das Unklare zu benennen. Oft reicht schon „unangenehm, im Bauch, eher Ärger“.
aus Erfahrung -
Ein Selbstmitgefühls-Satz
Rede mit dir wie mit einer guten Freundin, zum Beispiel: „Das ist kein Versagen, das ist mein Gehirn.“ Selbstmitgefühl hängt in Studien mit weniger Angst und Depression zusammen.
erste Studien
Bei AuDHS anders
ADHS-Impulsivität und späte Körpersignale zusammen bedeuten: Gefühle scheinen aus dem Nichts zu kommen. Regelmäßige Check-ins geben dir einen kleinen Vorsprung.
„Ich merke erst, dass ich wütend bin, wenn es schon zu spät ist – deshalb.“
Quellen (4)
- Kinnaird et al. (2019): Meta-Analyse zu Alexithymie
- Quadt et al. (2021): Training der Körperwahrnehmung
- Galvin et al. (2024), Sherwell et al. (2025): Selbstmitgefühl
- Check-ins und Gefühlslisten: Erfahrungswissen